Wie du deine Vision findest und deiner Berufung folgst

Eine Vision – was ist das eigentlich?

Früher habe ich meine Trainings immer mit dem Satz eingeleitet: „Deine Vision ist der Leitstern, der dich leitet und führt.“

Heute sage ich: „Deine Vision ist das Licht in dir, der Stern in dir.“ Denn deine Vision ist nicht weit entfernt, sie ist kein Stern, der in der Zukunft für dich strahlt und dem du hinterherläufst. Eine Vision ist das Licht, das in dir leuchtet. Sie ist nicht irgendwo „da draußen“ und du musst sie auch nicht „finden“.

Aus diesem Grund ergibt es meiner Meinung nach wenig Sinn, dir z.B. bestimmte, bereits existierende Berufe anzusehen und zu überlegen, wo du am besten „reinpasst“. Hier sind ein paar bessere Fragen, die du dir stattdessen stellen darfst:

Was ist meine Vision? Wo will ich hin? Wo sehe ich mich? Was sind meine Werte? Was ist mir wichtig? Wofür will ich losgehen? Wo und wie will ich leben? Was ist mein Sinn? Worauf bin ich neugierig? Was will ich wirklich lernen? Was will ich beitragen? Was begeistert mich?

Deine ganz eigenen Antworten auf diese Fragen werden dich immer näher zu dem Wesen, das du bist, führen. Und somit deine Vision in aller Klarheit zum Vorschein bringen.

Die verschiedenen Ebenen deiner Vision

„Okay, aber was hat das jetzt mit meiner Berufung zu tun?“, fragst du dich jetzt vielleicht.

Deine Berufung ist ein Teil deiner Vision. Die Vision hat zwei Ebenen: Die Funktionsebene und die persönliche Ebene.

Die Funktionsebene ist im Prinzip deine Berufung. Sie ist die Antwort auf Fragen wie: Wozu bin ich hier? Welchen Wandel möchte ich mitgestalten? Was ruft mich? Auf welchen Ruf möchte ich antworten? Was ist meine Aufgabe? Welche Funktion möchte ich erfüllen? In was möchte ich meine Energie, Begabungen, Zeit, Kreativität stecken? Was soll anders sein, weil ich auf dieser Welt war?

Deine Berufung kann dein Beruf sein, muss sie aber nicht. Ich kenne viele Menschen, die ihre Berufung neben ihrem (Teilzeit-)Job ausüben. Die Berufung kann auch dein allerliebstes Hobby sein. In manchen Fällen ist es sogar keine gute Idee, die eigene Berufung dem Druck auszusetzen, genau damit den eigenen Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Das kommt immer ganz auf die individuelle Situation an.

Deine Vision hat aber noch eine andere, ganz persönliche Ebene. Diese Ebene umfasst Erfahrungen, die du auf dieser Welt machen möchtest und auch die Gestaltung deines Alltags neben deiner Berufung. Vielleicht wünschst du dir eine*n Lebenspartner*in an deiner Seite, eine eigene Familie? Vielleicht ist es dir wichtig, die Welt zu bereisen, jedes Jahr mindestens einmal Urlaub am Meer oder in den Bergen zu machen, gute Freund*innen zu haben? Was möchtest du erleben? Hier geht es um deine ganz persönlichen Wünsche.

Die beiden Ebenen können natürlich stark miteinander verwoben sein. Es hilft jedoch, jede einmal ganz für sich zu betrachten. Du brauchst beide Ebenen. Wenn du ausschließlich in deiner Funktion unterwegs bist, kann es passieren, dass du ausbrennst. Und wenn du nur in der persönlichen Ebene lebst, dann fehlt dir irgendwann womöglich das Gefühl, einen Impact zu haben, deinen Teil zu einem bestimmten Wandel beizutragen. 

Woher weiß ich, ob ich meiner Vision folge?

Du kannst ihr gar nicht nicht folgen.

Deine Vision ist in dir angelegt. Du kannst dir das vorstellen wie bei einem Pflanzensamen. Du siehst vielleicht erst einmal nur den Samen, aber in ihm ist bereits alles angelegt, um eine Rose zu werden. Etwas anderes kann er ja gar nicht werden! Aus einem Rosensamen wird nicht einfach eine Tomatenpflanze oder umgekehrt. Das bedeutet für dich: Du kannst ohnehin „nur“ dich selbst leben. Und wir als Menschen haben ein Bewusstsein dafür, wer wir werden und was wir bewirken wollen.

Stell dir vor, der Rosensamen wüsste, dass er einmal eine Rose wird – das ist für mich die Bedeutung von Vision. Deine Vision bist du – entfaltet.

Erlaube dir bitte mal für einen Moment alles, was du im Laufe deines Lebens von außen gelernt hast, beiseite zu legen und stattdessen ganz tief in dich hinein zu fühlen. Erlaube dir, zu akzeptieren, dass dir tief im Inneren ganz klar ist, wer du bist, was du willst und warum du es willst, was dir wichtig ist und wozu du hier bist. Wir alle wissen das. Aber die meisten Menschen erlauben sich nicht, ihre gesellschaftlichen Konditionierungen loszulassen und wirklich den eigenen Weg zu gehen.

Du kennst das sicher auch und wir alle haben das schon gemacht: Wir haben uns alle schon einmal für den sicheren Weg entschieden, obwohl unsere Neugier uns ganz woanders hinführen wollte. Natürlich kannst du mit deinem freien Willen gegen deine eigene Resonanz handeln. Dich quasi von dir selbst wegbewegen.

Aber Moment – oben steht doch „Du kannst deiner Vision nicht nicht folgen“?

Du kannst dich, wenn du z.B. gegen deine Intuition handelst, von deiner Vision „entfernen“. Aber du läufst dann quasi gegen ein Gummiband. Je mehr du dich von dir selbst entfernst, desto anstrengender wird es, desto mehr tut es weh. Entweder bringt dich der Schmerz irgendwann dazu, immer mehr nachzugeben und du kommst wieder zu dir zurück. Oder: Das Leben sorgt dafür, dass sich der Gummi so sehr spannt, dass du mit einem Schlag wieder zurückgeschnippt wirst, zu dir und der Vision, die in dir angelegt ist. Das Zurückschnippen mag dir manchmal so vorkommen, als ob dir regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Aber in Wahrheit bringt es dich einfach wieder zu dir selbst zurück, wenn du zu lange in die „falsche“ Richtung gelaufen bist. Der Weg, der dich scheinbar von dir entfernt, ist also auch wieder ein Weg zurück zu dir. Von dort aus kannst du dann wieder neue Entscheidungen treffen und wieder mehr im Einklang mit deiner Resonanz handeln. 

Deine Vision will in jedem Moment gelebt werden

Ein weiteres Missverständnis zum Thema Vision ist, dass eine Vision so etwas ist, wie ein Punkt in der Zukunft, den du erreichen willst. Das ist nicht der Fall. Deine Vision will in jedem Moment gelebt werden. Sie will durch dich ausgedrückt werden, und zwar jetzt, in diesem Moment.

Meine Vision ist z.B., dass Schulen Orte der Potenzialentfaltung sind. Sichere Orte, an die man gerne geht, an denen die Kinder in ihren individuellen Begabungen gesehen, wertgeschätzt und empowert werden. Wie kann ich diese Vision in jedem Moment leben? Indem ich allen Menschen im Alltag mit einem wohlwollenden Blick begegne. Indem ich im Umgang mit meinen eigenen Kindern (und mit mir selbst) immer wieder die potenzialorientierte Haltung einnehme. Wenn ich das auch nur für einen Menschen schaffe – auch wenn dieser eine Mensch ich selbst bin -, habe ich meine Vision erfüllt.

Deine Vision ist vielleicht eine ganz andere. Aber sie ist kein entferntes Ziel in der Zukunft. Sie will jetzt durch dich erfüllt werden. Und glaube mir, du hast exakt alles in dir, was du dafür brauchst.

Du wirst dich übrigens niemals ready fühlen, deine Vision zu leben.

Warum startest du also nicht einfach jetzt? 😊

Journaling-Übung:

Schnapp dir ein schönes Notizbuch und einen Stift, mach dir schöne Musik an oder gehe an deinen Lieblings-Ort und lass doch einfach mal Antworten auf diese Fragen, aus dir auf das Papier fließen.

  • Was ist deine Vision im Sinne der Berufung/Funktion?
  • Was ist deine ganz persönliche Vision?
  • Und wie kannst du das bereits ab heute täglich leben?

Wünschst du dir Klarheit darüber, welche Vision in dir angelegt ist und durch dich gelebt werden will? Dann empfehle ich dir von ganzem Herzen das Online-Coaching-Programm VISION. Meine Co-Trainerin Karo und ich unterstützen dich in diesem Programm nicht nur dabei, herauszufinden, wofür du losgehen willst, sondern auch, die ersten Schritte zu gehen. Klicke hier für mehr Infos zu VISION. Du kannst dich auch hier direkt anmelden.

Ich würde mich so freuen, wenn wir uns dort sehen!


Kopf hoch, Herz offen und Rock’n roll,
deine Elisabeth und Jana

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Willkommen

auf meinem Blog rund um das Thema Potenzialentfaltung. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

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